Tierschutzkommissar ohne Tierschutzpriorität

Jedes Jahr werden in der EU mehr als 150 Millionen Schweine vor der Schlachtung mit Kohlendioxid betäubt. Für die Tiere bedeutet das Schmerzen und Panik, bevor sie schließlich das Bewusstsein verlieren.

Gemeinsam mit anderen Abgeordneten habe ich die Europäische Kommission deshalb gefragt, wann sie endlich die Verordnung über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Tötung überarbeiten und den Ausstieg aus dieser grausamen Betäubungsmethode einleiten wird.

Die Antwort von EU-Kommissar Olivér Várhelyi ist für mich absolut nicht hinnehmbar. Zwar arbeite die Kommission an einer Überarbeitung der Tierschutzvorschriften. Ausgerechnet die Verordnung zur Schlachtung gehöre aber derzeit nicht zu den Bereichen, „die am dringendsten modernisiert werden müssen“.

Was bitte muss noch passieren, damit die Kommission millionenfaches, vermeidbares Tierleid für dringend hält?

Wir reden über mehr als 150 Millionen Schweine jedes Jahr, die bei dieser Betäubungsmethode nachweislich leiden. Die Kommission selbst bestätigt, dass bereits zugelassene Alternativen existieren.

Dass der für Tierschutz zuständige EU-Kommissar sinngemäß erklärt, das Thema sei nicht dringend genug, ist ein Armutszeugnis für den europäischen Tierschutz. Wer sich Tierschutzkommissar nennt, kann nicht gleichzeitig millionenfaches vermeidbares Tierleid auf die lange Bank schieben.