Stadttauben verdrängen löst keine Probleme: Hunderte Tiere in Gefahr

Ein gutes Zusammenleben von Menschen und Stadttauben braucht langfristige, tierschutzgerechte Lösungen. Wie dringend das ist, zeigt die aktuelle Situation am Parkhaus Lampertshof in Saarbrücken.

Dort wurden die Tauben über 20 Jahre in einem betreuten Taubenhaus versorgt und ihr Bestand durch den Austausch der Eier gegen Attrappen reguliert. Weil der private Parkhausbetreiber das Taubenhaus entfernen wollte, habe ich mich bereits in einem offenen Brief für eine geordnete und tierschutzgerechte Lösung eingesetzt und eine Futterpatenschaft übernommen.

Inzwischen wurde das Taubenhaus entfernt und eine Umsiedlung in eine Ersatzunterkunft versucht. Die erfahrenen Taubenschützer wurden dabei jedoch nicht einbezogen. Nach ihren Angaben warten dort noch rund 180 Tauben auf Futter. Durch das Fütterungsverbot ist ihre einzige kontrollierte Nahrungsquelle weggefallen und ohne schnelle Hilfe droht nun der Hungertod.

Ich unterstütze deshalb die Forderung nach einer sofortigen Notfütterung und die Einrichtung einer betreuten Futterstelle im Rahmen der tierschutzrechtlichen Nothilfe. Zudem muss geklärt werden, wie viele Tiere tatsächlich umgesiedelt wurden und wie es mit den verbliebenen Tauben weitergeht. Die erfahrenen ehrenamtlichen Betreuer sollten dabei unbedingt einbezogen werden. Diese Forderungen habe ich bereits in einem Brief an Oberbürgermeister Uwe Conradt gerichtet.

Der Fall zeigt, dass die Tiere mit der Entfernung eines Taubenhauses nicht einfach verschwinden. Stattdessen drohen Tierleid und eine unkontrollierte Vermehrung an schwer zugänglichen Orten. Betreute Standorte, kontrollierte Fütterung und der Austausch der Eier ermöglichen dagegen ein tierschutzgerechtes Zusammenleben.

Gemeinsam mit meiner Partei, der ÖDP – der Naturschutzpartei, setze ich mich daher für eine schnelle und tragfähige Lösung ein. Auch für Stadttauben gilt das Tierschutzgesetz!