26 Aug. Pressemitteilung: Runter mit dem Zucker – Steuer muss Gesundheit schützen
Saarbrücken/Brüssel (26. August 2026). Zur aktuellen Debatte über eine Zuckersteuer erklärt die ÖDP-Europaabgeordnete Manuela Ripa (ÖDP – Die Naturschutzpartei):
„Eine Abgabe auf stark gesüßte Getränke ist überfällig. Sie muss so ausgestaltet sein, dass Hersteller einen echten Anreiz bekommen, den Zuckergehalt ihrer Produkte zu senken.“
Die Zahlen zeigen den Handlungsbedarf: Fast jedes sechste Kind in Deutschland ist übergewichtig oder adipös, rund ein Viertel der Erwachsenen lebt mit Adipositas. Die Leopoldina beziffert die volkswirtschaftlichen Folgekosten von Übergewicht und Adipositas auf rund 113 Milliarden Euro jährlich beziehungsweise 2,6 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts.
Dass eine solche Abgabe wirkt, zeigt Großbritannien: Nach Einführung der britischen Süßgetränkeabgabe lag die Adipositasrate bei 10- bis 11-jährigen Mädchen laut einer Cambridge-Studie acht Prozent unter dem erwarteten Verlauf. Besonders deutlich war der Effekt in sozial benachteiligten Gruppen.
„Zucker einfach durch Süßstoffe zu ersetzen, ist keine nachhaltige gesundheitspolitische Lösung. Die WHO empfiehlt Süßstoffe nicht als langfristiges Mittel zur Gewichtskontrolle. Bei Stoffen wie Aspartam bestehen zudem weiterhin wissenschaftliche Unsicherheiten bezüglich des Gesundheitsrisikos. Deshalb sollten auch Zero- und Light-Getränke bei einer umfassenden Gesundheitsabgabe in den Blick genommen werden. Wir brauchen keine Zuckersteuer light, die Süßstoffe ausblendet. Süßstoffe sind keine gesundheitlich unproblematische Dauerlösung und sie dürfen auch nicht als gesundheitlich gleichwertiger Ersatz betrachtet werden. Das Ziel muss vielmehr sein, sich insgesamt weniger an einen stark süßen Geschmack zu gewöhnen.“
Ungesüßte pflanzliche Milchalternativen mit natürlich vorkommendem Zucker sollten dagegen ausgenommen bleiben. Es sollten nur solche Getränke künftig erfasst werden, die zugesetzten Zucker enthalten und den maßgeblichen Schwellenwert erreichen.
„Wer es mit Prävention ernst meint, darf nicht bei der Steuer stehen bleiben. Die Einnahmen müssen zurück in die Gesundheitspolitik fließen – in Prävention und Ernährungsbildung. Hier muss insbesondere der Schutz von Kindern und Jugendlichen im Fokus stehen. Dazu gehört auch, Werbung für stark zuckerhaltige und ungesunde Produkte, die sich gezielt an Kinder richtet, deutlich stärker zu begrenzen.“