Gesunde Ernährung muss bezahlbar sein!

Diese Woche habe ich gemeinsam mit meinem Kollegen Vytenis Povilas Andriukaitis sowie in Kooperation mit FEAST, EuroHealthNet und EAT eine Veranstaltung zur Zukunft gesunder Ernährung organisiert. Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutierten, wie EU-Politik gesunde Ernährung zugänglicher und vor allem bezahlbarer machen und gesundheitliche Ungleichheiten verringern kann.

Ein besonderer Fokus lag auf den neuesten Forschungsergebnissen des EU-geförderten FEAST-Projekts. FEAST („Food systems that support transitions to healthy and sustainable diets“) bringt Wissenschaft, Politik und Praxis zusammen, um konkrete Lösungen für gesündere und nachhaltigere Ernährungssysteme zu entwickeln. Im Zentrum steht dabei eine entscheidende Frage: Wie können wir Rahmenbedingungen so gestalten, dass sich Menschen, unabhängig von Einkommen, gesund ernähren können?

Ergänzt wurden diese Perspektiven durch die Arbeit von EAT, einer internationalen Plattform an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Gemeinsam mit der Lancet Commission hat EAT die „Planetary Health Diet“ entwickelt – ein wissenschaftlich fundiertes Leitbild für eine Ernährung, die sowohl die Gesundheit der Menschen als auch die unseres Planeten schützt.

Die Botschaft ist klar: Ernährungsentscheidungen entstehen nicht isoliert. Preise, Verfügbarkeit und Rahmenbedingungen bestimmen, was konsumiert wird – mit Folgen wie steigender Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Noch reagieren wir zu oft auf Symptome statt auf Ursachen.

Wenn wir Prävention ernst nehmen, müssen wir das Ernährungssystem verändern. Ein zentraler Hebel ist die Preisgestaltung – etwa durch niedrigere Mehrwertsteuer auf gesunde Produkte oder eine Zuckersteuer. Auch ein Zertifikatehandel für Zucker wäre denkbar, um Prävention gezielt zu finanzieren.

Gesunde Ernährung und Prävention müssen endlich konsequent angegangen werden.