08 Juli Food and Feed Omnibus: Bürokratieabbau ja – aber nicht auf Kosten von Gesundheit und Umwelt.
Mit dem Food and Feed Omnibus will die EU-Kommission das Pestizidrecht vereinfachen und Zulassungsverfahren beschleunigen. Das Ziel, Landwirt:innen sowie Unternehmen von unnötiger Bürokratie zu entlasten, unterstütze ich ausdrücklich. Hochproblematisch ist jedoch der Vorschlag, für den Großteil der Pestizidwirkstoffe unbefristete Genehmigungen zu erteilen und damit auf regelmäßige Neubewertungen zu verzichten.
Die wissenschaftliche Bewertung eines Pestizids endet nicht mit seiner Erstzulassung. Laufend entstehen neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die eine Neubewertung notwendig machen können. Genau deshalb gilt in der Europäischen Union das Vorsorgeprinzip: Bestehen aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse Hinweise auf Risiken, müssen diese überprüft werden. Der aktuelle Fall des Pestizids Fluazinam zeigt, warum das so wichtig ist. Neue Untersuchungen deuten darauf hin, dass Risiken für die Gehirnentwicklung bei der ursprünglichen Zulassung möglicherweise unterschätzt wurden.
Wer auf regelmäßige, systematische wissenschaftliche Überprüfungen verzichtet, nimmt in Kauf, dass gesundheitliche oder ökologische Risiken unentdeckt bleiben. Das wäre ein gefährlicher Irrweg. Sie schützen unsere Gesundheit und auch die der Landwirte, unsere Umwelt und damit unsere natürlichen Lebensgrundlagen.
Zu diesem Thema habe ich auch im Ausschuss gesprochen. Meinen Redebeitrag finden Sie auf meinen Social-Media-Kanälen auf: Instagram und Facebook.