Endlich Bewegung beim Ende der Käfighaltung?

Vor fünf Jahren versprach die Europäische Kommission nach der erfolgreichen Europäischen Bürgerinitiative „End the Cage Age“, den Ausstieg aus der Käfighaltung gesetzlich auf den Weg zu bringen. Lange blieb dieses Versprechen unerfüllt.

Mit der vergangenen Woche vorgestellten EU-Strategie für die Nutztierhaltung und dem Protein Action Plan kündigt die Kommission nun an, die EU-Tierschutzvorschriften zu überarbeiten und Europas Eiweißversorgung nachhaltiger und unabhängiger zu gestalten. Geplant ist unter anderem ein schrittweiser Ausstieg aus der Käfighaltung für Legehennen, Masthühner und Schweine. Außerdem sollen Tierwohlindikatoren stärker genutzt und das Töten männlicher Eintagsküken weiter beendet werden.

Ich begrüße diese Richtung ausdrücklich. Gleichzeitig reicht mir die Strategie noch nicht weit genug. Die Bürger hatten einen Ausstieg aus der Käfighaltung für alle betroffenen Tierarten gefordert. Diesem Anspruch wird die Kommission bislang nicht gerecht. Auch insgesamt hätte ich mir eine ambitioniertere Strategie für eine nachhaltige, tiergerechte und zukunftsfähige Landwirtschaft gewünscht.

Nun müssen den Ankündigungen endlich konkrete und ambitioniertere Gesetzesvorschläge folgen. Für mich ist klar: Käfige haben in einer modernen Tierhaltung keinen Platz. Gleichzeitig brauchen unsere Landwirtinnen und Landwirte verlässliche Unterstützung beim Übergang zu tiergerechteren Haltungssystemen und einer nachhaltigeren Eiweißversorgung. Nur so gelingt ein Wandel, der Tierwohl, Umwelt und Landwirtschaft gleichermaßen stärkt.