Tauben die „Ratten der Lüfte“? Schlechtes Image, echte Folgen!

In der letzten Folge von „Wer wird Millionär?“ bezeichnete Günther Jauch Tauben als „Ratten der Lüfte“.

Was wie ein lockerer Spruch wirkt, hat reale Auswirkungen.

Solche Aussagen verstärken das ohnehin negative Bild der Tauben. Tauben gehören zu den sichtbarsten Tieren in unseren Städten. Sie werden von vielen Menschen wahrgenommen und gleichzeitig oft abgewertet. Dieses Image erschwert einen sachlichen und tierschutzgerechten Umgang erheblich.

Wie sich das konkret auswirkt, zeigt sich aktuell in meiner Heimatstadt Saarbrücken: Im Zuge der Sanierung eines Q-Park-Parkhauses soll das Taubenhaus Lampertshof abgebaut werden, ohne dass eine alternative Unterkunft im direkten Umfeld geschaffen wird. Für die Tiere bedeutet das den Verlust ihres Lebensraums.

Dabei sind Tauben Teil unseres urbanen Ökosystems und ein gutes Zusammenleben mit ihnen ist möglich, wie betreute Taubenhäuser zeigen. Auch Städte profitieren davon: Wenn Tauben an festen Orten nisten und gefüttert werden, verteilen sie sich weniger, und ihr Kot konzentriert sich auf bestimmte Bereiche, die gezielt gereinigt werden können. Das spart Reinigungskosten und schützt Gebäude, Fassaden und Denkmäler.

Aus Gründen wie diesem habe ich im Europäischen Parlament ein Pilotprojekt auf den Weg gebracht, das den Schutz von in Städten lebenden (Wild-)Tieren stärkt. Ziel ist es, praxistaugliche Lösungen zu entwickeln, die Konflikte reduzieren und gleichzeitig das Tierwohl verbessern.

Taubenhäuser sind dabei ein zentraler Baustein, um das Zusammenleben von Mensch und Tier in Städten effektiv, tierschutzfreundlich und konfliktfrei zu gestalten.